
Cabrio-Fahren im Herbst ist kein kalter Kompromiss, sondern ein Luxus, den man sich mit der richtigen Vorbereitung verdient.
- Gezielte Pflege von Verdeck und Dichtungen schützt das Material und verhindert teure Schäden.
- Der clevere Einsatz von Windschott, Sitz- und Nackenheizung schafft eine komfortable Wärmeinsel im Innenraum.
Empfehlung: Konzentrieren Sie sich weniger auf dicke Kleidung und mehr auf die technische Optimierung Ihres Fahrzeugs, um das multisensorische Erlebnis des Herbstfahrens voll auszukosten.
Der Herbst malt die Landschaft in goldenen Farben, die Luft ist klar und frisch – perfektes Wetter für eine Ausfahrt. Doch sobald das Thermometer unter 15 Grad fällt, zögern viele Cabrio-Besitzer und schliessen das Verdeck. Die Angst vor Zugluft, Kälte und dem feuchten Wetter scheint den Genuss des Offenfahrens zu trüben. Oft lautet der gut gemeinte Rat dann, sich einfach dicker anzuziehen. Man greift zu Schal, Mütze und Handschuhen und versucht, die Kälte irgendwie auszuhalten.
Doch was wäre, wenn die wahre Kunst des herbstlichen Cabrio-Genusses nicht im passiven Ertragen der Kälte liegt, sondern in der aktiven Gestaltung eines perfekten Fahrerlebnisses? Der Schlüssel ist eine intelligente Symbiose aus gezielter Fahrzeugpflege und dem cleveren Einsatz moderner Komforttechnik. Es geht darum, ein thermisches Gleichgewicht zu schaffen – einen wohligen Kokon, in dem Sie die kühle, frische Herbstluft als belebendes Element und nicht als Störfaktor wahrnehmen. Dieses multisensorische Erlebnis, bei dem man die Wärme der Sitzheizung spürt, den Duft von feuchtem Laub riecht und das goldene Licht durch die Baumkronen filtert, ist der eigentliche Lohn der Saisonverlängerung.
Dieser Artikel ist Ihr strategischer Begleiter für die aktive Saisonverlängerung. Wir gehen weit über oberflächliche Tipps hinaus und tauchen tief in die Materie ein. Sie erfahren, wie Sie Ihr Stoffdach nicht nur schützen, sondern seine Lebensdauer aktiv verlängern, wie Sie mit einem Windschott eine Oase der Ruhe schaffen und wie Sie die schönsten Routen finden, die den Herbst erst richtig in Szene setzen. Machen Sie Ihr Cabrio fit für ein unvergessliches Finale, bevor es in den Winterschlaf geht.
Um Ihnen eine klare Übersicht über die entscheidenden Aspekte für ungetrübten Herbstgenuss zu geben, haben wir diesen Ratgeber strukturiert. Die folgende Gliederung führt Sie durch alle relevanten Themen, von der essenziellen Materialpflege bis zur smarten Kostenplanung für längere Touren.
Inhaltsverzeichnis: Cabrio-Genuss im Herbst meistern
- Stoffdach imprägnieren: Warum Hausmittel das Gewebe zerstören und wie man Grünspan verhindert
- Windschott montieren: Wie reduziert man Zugluft im Nackenbereich um 80%?
- Überschlagsschutz: Warum darf man im Cabrio nie tiefer sitzen als die Kopfstütze reicht?
- Alleen und Küstenstrassen: Wie findet man Strecken mit maximalem Landschaftsfaktor abseits der Autobahn?
- Wann frieren Dichtungen fest und wie öffnet man die Tür ohne den Gummi zu zerreissen?
- Innenraumfilter tauschen: Wann wird die Klimaanlage zur Bakterienschleuder?
- Sitzheizung und Klima: Wie viel Liter Sprit kosten Komfort-Features im Winterstadtverkehr?
- Roadtrip planen in Europa: Wie kalkuliert man Maut und Spritkosten präzise für 3000 km?
Stoffdach imprägnieren: Warum Hausmittel das Gewebe zerstören und wie man Grünspan verhindert
Ein Stoffverdeck ist mehr als nur ein Dach; es ist das Herzstück des Cabrio-Feelings und gleichzeitig das am stärksten beanspruchte Bauteil. Gerade im Herbst, mit seiner hohen Luftfeuchtigkeit und dem fallenden Laub, wird die Material-Intelligenz bei der Pflege entscheidend. Viele greifen zu vermeintlich bewährten Hausmitteln, doch diese können moderne Gewebe angreifen und die Schutzschicht zerstören. Eine professionelle Imprägnierung ist daher keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Sie schützt nicht nur vor Nässe, sondern auch vor UV-Strahlung und aggressivem Vogelkot. So kann laut Experten von AutoScout24 die Lebensdauer eines Stoffverdecks um Jahre verlängert werden.
Das grösste Risiko im Herbst ist die Bildung von Grünspan und Algen. Feuchte Blätter, die auf dem Verdeck liegen bleiben, schaffen ein ideales Mikroklima für diese Organismen. Sie fressen sich tief in die Faserstruktur und hinterlassen nicht nur unschöne Flecken, sondern schädigen das Material nachhaltig. Die Imprägnierung bildet eine unsichtbare Barriere, die das Eindringen von Feuchtigkeit und Sporen verhindert.

Wie diese mikroskopische Ansicht verdeutlicht, ist der Unterschied zwischen einem behandelten und einem vernachlässigten Gewebe fundamental. Während auf der imprägnierten Seite Wasser abperlt, bietet die unbehandelte Seite einen Nährboden für biologische Besiedlung. Eine korrekte Anwendung der Pflegeprodukte ist daher der Schlüssel zum langfristigen Werterhalt und zur makellosen Optik Ihres Cabrios.
Ihre Checkliste: Professionelle Verdeckimprägnierung
- Vorbereitung: Das Verdeck muss mit einem speziellen Reiniger absolut sauber und vollständig trocken sein, bevor die Imprägnierung aufgetragen wird.
- Abdeckung: Lack, Scheiben und Gummiteile sorgfältig mit Folie und Klebeband schützen, da Imprägniermittel Flecken verursachen kann.
- Auftrag: Das Mittel aus 20-30 cm Entfernung gleichmässig und bahnenweise aufsprühen. Vermeiden Sie „Pfützenbildung“.
- Schwachstellen: Faltstellen und Nähte besonders intensiv behandeln, da sich hier Feuchtigkeit am längsten hält und das Material am stärksten arbeitet.
- Trocknung: Das Verdeck bei Raumtemperatur und ohne direkte Sonneneinstrahlung vollständig trocknen lassen. Dieser Prozess kann mehrere Stunden dauern.
Windschott montieren: Wie reduziert man Zugluft im Nackenbereich um 80%?
Das Gefühl von Freiheit beim Offenfahren wird schnell unangenehm, wenn kalte Zugluft permanent im Nacken zerrt. Hier kommt das Windschott ins Spiel – ein oft unterschätztes Zubehör, das den Komfort dramatisch steigert. Es ist kein modisches Accessoire, sondern ein aerodynamisches Werkzeug. Durch das Aufstellen hinter den Vordersitzen beruhigt es die Luftverwirbelungen, die durch den Fahrtwind im Innenraum entstehen. Statt eines chaotischen Wirbels bildet sich eine Art stabile Luftglocke um die Insassen. Dies reduziert nicht nur das Gefühl von Zugluft um bis zu 80 %, sondern senkt auch den Lärmpegel erheblich. Bei höheren Geschwindigkeiten können ohne Windschott Studien zufolge Pegel von über 90 Dezibel erreicht werden, was einer lauten Fabrikhalle entspricht.
Die Wahl des richtigen Windschotts hängt von den persönlichen Prioritäten ab. Netz-Windschotts sind oft günstiger und leichter zu verstauen, während Modelle aus Acrylglas eine bessere aerodynamische und akustische Wirkung erzielen, aber pflegeintensiver und sperriger sind. Die Investition in ein hochwertiges, zum Fahrzeug passendes Schott verwandelt eine zugige Fahrt in ein entspanntes Gleiten und ist die Basis für das thermische Gleichgewicht im Innenraum.
Der folgende Vergleich zeigt die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden gängigsten Systemen und hilft bei der Kaufentscheidung, wie sie auch der ADAC in seinen Ratgebern empfiehlt.
| Eigenschaft | Netz-Windschott | Acrylglas-Windschott |
|---|---|---|
| Preis | Günstiger (ab 150€) | Teurer (ab 400€) |
| Gewicht | Sehr leicht | Schwerer |
| Aerodynamik | Kann flattern | Bessere Strömung |
| Sicht nach hinten | Leicht eingeschränkt | Klare Sicht |
| Lagerung | Platzsparend faltbar | Mehr Stauraum nötig |
| Akustik | Moderate Verbesserung | Deutlich ruhiger |
| Kratzempfindlichkeit | Unempfindlich | Anfällig für Kratzer |
Überschlagsschutz: Warum darf man im Cabrio nie tiefer sitzen als die Kopfstütze reicht?
Der Genuss des Offenfahrens basiert auf einem tiefen Gefühl der Sicherheit. Moderne Cabrios sind wahre Hightech-Festungen, deren wichtigste Schutzmechanismen oft unsichtbar bleiben. Die goldene Regel lautet: Die Oberkante der Kopfstütze markiert die absolute Mindesthöhe für Ihren Kopf. Sitzen Sie tiefer, bietet die Karosseriestruktur im Falle eines Überschlags den notwendigen Schutzraum. Dieser Überlebensraum wird durch eine extrem steife A-Säule und den Überrollschutz gewährleistet. Bei vielen Fahrzeugen sind dies feste Bügel hinter den Sitzen, doch die fortschrittlichste Technologie arbeitet im Verborgenen.
Wie Experten betonen, ist die passive Sicherheit ein Fundament, das durch aktive Systeme ergänzt wird. Dazu sagt die KFZ News24 Redaktion im hauseigenen Cabrio-Ratgeber:
Moderne Fahrzeuge sind oft mit Überrollbügeln ausgestattet, die bei Unfällen Schutz bieten.
– KFZ News24 Redaktion, KFZ News24 Cabrio-Ratgeber
Diese Aussage beschreibt die wichtigste Innovation der letzten Jahrzehnte: den aktiven Überrollschutz. Sensoren überwachen permanent die Neigung und Beschleunigung des Fahrzeugs. Droht ein Überschlag, schiessen pyrotechnisch vorgespannte Schutzbügel innerhalb von Millisekunden aus der Karosserie und sichern den Kopfraum der Insassen. Dieses Wissen um die unsichtbaren Schutzengel an Bord ist essenziell, um sich voll und ganz dem Fahrspass hingeben zu können.
Fallstudie: Die Funktionsweise aktiver Überrollschutzsysteme
Der ADAC hebt die Bedeutung moderner Sicherheitssysteme hervor. Diese bestehen aus einer Kombination von Sensoren, die Gierrate und Querbeschleunigung messen. Bei der Erkennung einer kritischen Fahrsituation, wie sie einem Überschlag vorausgeht, sendet das Steuergerät ein Signal an die Aktuatoren. Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde werden dann massive Schutzbügel ausgefahren, die sich hinter den Kopfstützen verriegeln. Dieses System funktioniert unabhängig davon, ob das Verdeck geöffnet oder geschlossen ist, und schafft so einen entscheidenden Sicherheitsvorteil gegenüber älteren Cabrio-Konstruktionen.
Alleen und Küstenstrassen: Wie findet man Strecken mit maximalem Landschaftsfaktor abseits der Autobahn?
Ein Cabrio im Herbst entfaltet sein volles Potenzial erst auf der richtigen Strecke. Es geht nicht darum, schnell von A nach B zu kommen, sondern um die Inszenierung der Landschaft. Kurvige Landstrassen, von goldgelbem Laub gesäumte Alleen und weite Ausblicke sind die perfekte Kulisse. Die monotone Autobahn ist der natürliche Feind des Cabrio-Fahrers; die wahre Freude liegt im Entdecken versteckter Wege. Deutschland und Europa bieten hier unzählige Möglichkeiten. Ein Paradebeispiel ist die Deutsche Alleenstrasse, die sich über 2.900 Kilometer durch zehn Bundesländer schlängelt und ein einzigartiges Blätterdach-Erlebnis bietet.
Doch wie findet man diese Traumstrassen gezielt? Die moderne Routenplanung hat sich auf die Wünsche von Genussfahrern spezialisiert. Anstatt den schnellsten Weg zu berechnen, priorisieren spezielle Apps und Webseiten den „Kurvenfaktor“ und „Landschaftsfaktor“. Sie ermöglichen es, Touren zu erstellen, die gezielt durch bergige Regionen, entlang von Flüssen oder durch malerische Dörfer führen.

Diese Tools sind der digitale Kompass für das perfekte Herbst-Erlebnis. Sie nehmen Ihnen die mühsame Suche ab und schlagen Strecken vor, die das Fahren selbst zum Ziel machen. Hier sind einige der besten Werkzeuge für Ihre nächste Tour:
- Calimoto: Diese App ist bei Motorrad- und Cabrio-Fahrern beliebt und optimiert Routen gezielt auf Kurvenreichtum.
- Kurviger.de: Ein webbasierter Planer, der ebenfalls kurvige und landschaftlich reizvolle Strecken bevorzugt und verschiedene Routing-Profile anbietet.
- ADAC Maps: Bietet neben der Standard-Navigation auch vorgefertigte Tourenvorschläge und hebt touristische Highlights entlang der Strecke hervor.
- Scenic: Eine App, die auf Community-Feedback setzt und von Nutzern bewertete Panoramastrecken vorschlägt.
- Komoot: Ursprünglich für Wanderer und Radfahrer entwickelt, eignet sich die detaillierte Kartenansicht hervorragend, um kleine, idyllische Nebenstrassen zu entdecken.
Wann frieren Dichtungen fest und wie öffnet man die Tür ohne den Gummi zu zerreissen?
Eine der unangenehmsten Überraschungen an einem kalten Herbstmorgen ist eine festgefrorene Autotür. Die feine Wasserschicht zwischen Türdichtung und Karosserie gefriert und wirkt wie ein starker Klebstoff. Der Reflex, kräftig an der Tür zu reissen, ist der grösste Fehler: Im schlimmsten Fall reisst die Gummidichtung ein, was eine teure Reparatur nach sich zieht. Dieses Problem tritt nicht erst bei tiefem Frost auf. Die kritische Temperaturkombination liegt bei Werten um 0 °C in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit oder vorangegangenem Regen – typische Bedingungen für eine klare Herbstnacht.
Die Vorbeugung ist einfach und effektiv. Alle Gummidichtungen an Türen, Fenstern und am Verdeck sollten vor Einbruch der kalten Jahreszeit mit einem speziellen Gummipflegemittel behandelt werden. Diese Mittel auf Silikon- oder Glycerinbasis halten den Gummi geschmeidig und bilden einen wasserabweisenden Film, der das Anfrieren verhindert. Von alten Hausmitteln wie Hirschtalg wird bei modernen Fahrzeugen abgeraten, da sie sich oft nicht mit den speziellen Gummimischungen vertragen.
Ist die Tür trotz aller Vorsicht doch einmal festgefroren, ist die richtige Technik entscheidend. Anstatt zu ziehen, sollten Sie sich mit dem Körpergewicht sanft gegen die Tür lehnen. Durch diesen Druck bricht die feine Eisschicht meist auf, und die Tür lässt sich ohne Gewalt öffnen. Türschlossenteiser gehört nur ins Schloss und niemals auf die Gummidichtungen, da der enthaltene Alkohol das Material langfristig austrocknen und brüchig machen kann.
Innenraumfilter tauschen: Wann wird die Klimaanlage zur Bakterienschleuder?
Während wir uns auf die sichtbaren Aspekte der Herbstpflege konzentrieren, lauert im Verborgenen eine oft vernachlässigte Gefahr: der Innenraumfilter, auch Pollenfilter genannt. Gerade beim offenen Fahren im Herbst saugt das Lüftungssystem eine immense Menge an Partikeln an – nicht nur Pollen, sondern auch Pilzsporen, feuchtes Laub und Bakterien. Setzt sich der Filter zu, wird er zum idealen Nährboden für Schimmel und Keime. Das Resultat ist ein muffiger Geruch beim Einschalten der Lüftung und eine potenziell gesundheitsschädliche Luft im Innenraum.
Die Klimaanlage wird so von einer Komfortfunktion zur Bakterienschleuder. Die feucht-warme Umgebung im Filtergehäuse fördert das Wachstum von Mikroorganismen, die dann direkt in den Fahrgastraum geblasen werden. Ein regelmässiger Tausch des Filters, idealerweise einmal pro Jahr oder alle 15.000 Kilometer, ist daher keine Frage der Wartung, sondern der Hygiene und Gesundheit.
Fallstudie: Die besondere Belastung für Cabrio-Klimasysteme im Herbst
Versicherungsexperten von Verti weisen auf die spezifischen Herausforderungen für Cabrios hin. Da das Fahrzeug häufiger offen bewegt wird, ist die Belastung des Ansaugtrakts durch organische Materialien wie Blätter und Pollen signifikant höher als bei geschlossenen Fahrzeugen. Ein vernachlässigter Filter kann in dieser Jahreszeit besonders schnell seine Funktion verlieren. Die Experten raten dazu, nicht nur den Filter selbst zu wechseln, sondern bei Geruchsbildung auch eine professionelle Desinfektion des Klimaanlagen-Verdampfers in Betracht zu ziehen, um den Nährboden für Bakterien vollständig zu beseitigen.
Achten Sie auf die folgenden Symptome, die auf einen fälligen Filterwechsel hindeuten:
- Der Luftstrom aus den Düsen ist spürbar schwach.
- Ein modriger Geruch tritt kurz nach dem Start der Lüftung auf.
- Die Scheiben beschlagen von innen ungewöhnlich schnell und stark.
- Allergische Reaktionen wie Niesen oder Augenjucken verstärken sich im Auto.
- Der letzte Service liegt mehr als 12 Monate oder 15.000 km zurück.
Sitzheizung und Klima: Wie viel Liter Sprit kosten Komfort-Features im Winterstadtverkehr?
Die Schaffung eines behaglichen „Wärmekokons“ ist der Schlüssel zum Herbstgenuss im Cabrio. Sitzheizung, Lenkradheizung und die kraftvolle Gebläseheizung machen offene Fahrten bei kühlen Temperaturen erst möglich. Doch dieser Komfort hat seinen Preis in Form von zusätzlichem Kraftstoffverbrauch. Jeder elektrische Verbraucher an Bord wird letztlich vom Motor über die Lichtmaschine angetrieben. Vor allem im Stadtverkehr und auf Kurzstrecken kann sich dies bemerkbar machen. Laut ADAC-Messungen zeigen einen Mehrverbrauch von 0,5 bis 1,0 Liter pro 100 km allein durch den Einsatz von Heizungsgebläse und Klimakompressor.
Der Klimakompressor spielt auch im Herbst eine wichtige Rolle, da er die Luft entfeuchtet und so das Beschlagen der Scheiben verhindert. Die Kunst liegt darin, ein effizientes thermisches Gleichgewicht zu finden. Anstatt das Gebläse auf höchster Stufe laufen zu lassen, ist es oft sparsamer und angenehmer, die körpernahen Heizungen wie Sitz- und Lenkradheizung zu nutzen. Diese arbeiten mit deutlich geringerer Leistung und bringen die Wärme direkt dorthin, wo sie gebraucht wird.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über den typischen Energiebedarf der verschiedenen Komfort-Systeme und deren Auswirkung auf den Verbrauch. Sie zeigt, dass eine intelligente Nutzung der Heizquellen nicht nur den Komfort erhöht, sondern auch den Geldbeutel schont.
| Heizsystem | Leistungsaufnahme | Mehrverbrauch/100km (ca.) | Effizienz |
|---|---|---|---|
| Sitzheizung | 100-200 Watt | 0,1 Liter | Sehr effizient |
| Lenkradheizung | 50-80 Watt | 0,05 Liter | Sehr effizient |
| Nackenheizung | 80-150 Watt | 0,08 Liter | Effizient |
| Gebläseheizung (voll) | 500-800 Watt | 0,5 Liter | Wenig effizient bei offenem Verdeck |
| Klimakompressor | 1000-2000 Watt | 0,5-0,8 Liter | Notwendig zur Entfeuchtung |
Das Wichtigste in Kürze
- Pflege ist Prävention: Regelmässige Imprägnierung des Verdecks und Pflege der Dichtungen verhindern teure Schäden und erhalten den Wert Ihres Cabrios.
- Komfort durch Technik: Ein Windschott in Kombination mit Sitz- und Nackenheizung schafft eine effektive Wärmeinsel und macht dicke Kleidung überflüssig.
- Unsichtbare Gefahren: Ein zugesetzter Innenraumfilter und unsachgemässe Behandlung festgefrorener Dichtungen sind die grössten Risiken im Herbst.
Roadtrip planen in Europa: Wie kalkuliert man Maut und Spritkosten präzise für 3000 km?
Ein herbstlicher Roadtrip durch Europa ist der krönende Abschluss der Cabrio-Saison. Doch eine Tour über mehrere tausend Kilometer erfordert eine sorgfältige finanzielle Planung, die über die reinen Spritkosten hinausgeht. Mautgebühren, Vignetten und vor allem die Cabrio-spezifischen Mehrkosten müssen einkalkuliert werden. Dazu gehören der erhöhte Kraftstoffverbrauch durch häufigeren Heizungseinsatz, der Bedarf an speziellen Pflegemitteln für unterwegs und die Kosten für häufigere Fahrzeugwäschen, um Laub und Schmutz zu entfernen.
Kostenanalyse: 3.000 km Cabrio-Tour durch Italien im Herbst
Eine detaillierte Analyse einer solchen Reise von den Alpen bis nach Süditalien zeigt die versteckten Kosten auf. Neben den offensichtlichen Ausgaben für Kraftstoff und Maut (die in Italien streckenabhängig ist) fielen bei der Tour zusätzliche, Cabrio-spezifische Kosten an: Der Mehrverbrauch durch Heizung und den höheren Luftwiderstand bei schnelleren Etappen schlug mit etwa 30-50 Euro zu Buche. Pflegemittel für das Verdeck und die Dichtungen, die nach starken Regenfällen benötigt wurden, kosteten rund 50 Euro. Zudem waren aufgrund von Laub und Strassenschmutz drei zusätzliche Autowäschen nötig, die mit insgesamt 60-80 Euro das Budget belasteten. Ein pauschaler Aufschlag von 10-15 % auf die Basiskosten ist für Cabrio-Touren im Herbst daher eine realistische Annahme.
Eine präzise Planung ist der Schlüssel zu einer entspannten Reise. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, an alles Wichtige zu denken:
- Reifen & Licht: Prüfen Sie die Winterreifenpflicht (z.B. M+S-Pflicht in Österreich ab November) und die Vorschriften zum Tagfahrlicht in den Transitländern.
- Vignetten & Maut: Kaufen Sie Vignetten für Länder wie Österreich, die Schweiz oder Slowenien vorab online. Nutzen Sie Mautrechner wie ViaMichelin für eine genaue Kalkulation der Streckengebühren.
- Unterkunft: Buchen Sie bevorzugt Hotels mit Tiefgarage oder überdachten Parkplätzen, um das Verdeck und das Gepäck vor Witterung und Diebstahl zu schützen.
- Notfall-Kit: Packen Sie eine Notfall-Plane für das Verdeck und zusätzliches Dichtungspflegemittel für unerwartete Kälteeinbrüche ein.
- Budget: Planen Sie ein Zusatzbudget von 10-15 % für die oben genannten Cabrio-spezifischen Mehrkosten ein.
Indem Sie diese Ratschläge zur Pflege, Technik und Planung beherzigen, verwandeln Sie Ihr Cabrio von einem reinen Sommerfahrzeug in einen ganzjährigen Quell der Freude. Die nächste Tour durch das Herbstgold wartet schon – seien Sie bestens vorbereitet, um sie in vollen Zügen und mit allen Sinnen zu geniessen.
Häufige Fragen zur Cabrio-Pflege im Herbst
Welches Pflegemittel eignet sich am besten für Cabrio-Dichtungen?
Moderne Pflegemittel auf Silikonbasis sind ideal, da sie die Dichtungen geschmeidig halten und wasserabweisend wirken. Alte Hausmittel wie Glycerin oder Hirschtalg sind nicht mehr zu empfehlen, da sie sich oft nicht mit den modernen Gummimischungen der Fahrzeughersteller vertragen und die Materialien angreifen können.
Wie oft sollte man die Dichtungen behandeln?
Eine Behandlung sollte mindestens zweimal im Jahr erfolgen: einmal im Frühjahr und einmal im Herbst vor der kalten Jahreszeit. Wenn Ihr Fahrzeug oft draussen steht oder Sie es sehr häufig nutzen, ist eine monatliche Kontrolle und bei Bedarf eine Nachbehandlung der Dichtungen ratsam.
Was tun, wenn die Tür bereits festgefroren ist?
Reissen Sie niemals mit Gewalt an der Tür! Der beste Weg ist, sich sanft mit dem Körpergewicht gegen das Türblatt zu drücken. Dieser Druck bricht die feine Eisschicht in der Dichtung, ohne den Gummi zu beschädigen. Türschlossenteiser sollte nur sparsam und ausschliesslich in das Schloss gesprüht werden, da er die Gummidichtungen angreifen kann.