Veröffentlicht am März 15, 2024

Ein Fahrsicherheitstraining im Team ist der effektivste Weg, um Fahrkompetenz und Zusammenhalt gleichzeitig zu steigern, denn das Beobachten der Fehler und Erfolge anderer kalibriert die eigene Risikowahrnehmung in Echtzeit.

  • Die Mischung verschiedener Fahrstile in einer Gruppe führt zu vielfältigeren Lösungsstrategien, von denen jeder Einzelne profitiert.
  • Gemeinsam bewältigte Herausforderungen, wie das Bergen eines Fahrzeugs im Offroad-Park, schaffen ein tiefes Vertrauen, das direkt in den Arbeitsalltag übertragen wird.

Empfehlung: Nutzen Sie das Training nicht nur als Einzelmassnahme, sondern als wiederkehrendes Team-Event, um ein nachhaltiges, kollektives Sicherheitsbewusstsein zu etablieren und von Fördermöglichkeiten durch Berufsgenossenschaften zu profitieren.

Wenn Sie an ein Event für Ihr Team, Ihre Abteilung oder Ihren Freundeskreis denken, kommen Ihnen wahrscheinlich Bowling, ein Kochkurs oder vielleicht eine Weinprobe in den Sinn. Das sind bewährte Optionen für eine gute Zeit. Doch was, wenn es eine Möglichkeit gäbe, die nicht nur den Zusammenhalt stärkt, sondern jeden Einzelnen nachhaltig sicherer und kompetenter macht – im Alltag und im Job? Die meisten sehen ein Fahrsicherheitstraining als eine individuelle Pflichtübung, bei der man lernt, auf einer nassen Fahrbahn zu bremsen oder einem Hindernis auszuweichen. Diese Sichtweise übersieht jedoch den grössten Hebel für den Lernerfolg.

Die wahre Magie entfaltet sich erst in der Gruppe. Statt nur aus den eigenen Fehlern zu lernen, was oft mit Stress und einem engen Fokus verbunden ist, wird das Training im Team zu einem sozialen Beschleuniger. Aber was, wenn die wahre Revolution im Lernprozess nicht darin besteht, selbst zu schleudern, sondern dabei zuzusehen, wie ein Kollege das Schleudern meistert – oder eben nicht? Wenn der Lerneffekt durch die Beobachtung, die gemeinsame Analyse und das gegenseitige Feedback exponentiell ansteigt?

Dieser Artikel bricht mit der Vorstellung des isolierten Lernens. Wir tauchen tief in die Gruppendynamik eines Fahrsicherheitstrainings ein und zeigen, warum das gemeinsame Erleben von Grenzsituationen mehr bewirkt als jedes trockene Seminar. Wir beleuchten, wie direktes Feedback die Ideallinie formt, warum gemischte Gruppen bessere Ergebnisse erzielen und wie ein Offroad-Abenteuer den Teamgeist zementiert. Machen Sie sich bereit zu entdecken, wie aus einzelnen Fahrern ein eingespieltes, sicheres Team wird.

In den folgenden Abschnitten erfahren Sie im Detail, wie die verschiedenen Facetten eines Team-Fahrtrainings zusammenwirken, um ein unvergessliches und wirkungsvolles Erlebnis zu schaffen. Der Leitfaden deckt alles ab, von der psychologischen Wirkung des gemeinsamen Lernens bis hin zu praktischen Tipps für die Organisation und Finanzierung.

Feedback in Echtzeit: Wie verbessert die direkte Ansage des Instruktors ins Auto die Kurvenlinie?

Die grösste Hürde beim Fahren im Grenzbereich ist die Diskrepanz zwischen gefühlter und tatsächlicher Fahrzeugreaktion. Ein Fahrer glaubt vielleicht, die ideale Linie zu treffen, während das Auto bereits untersteuert. Genau hier setzt das Echtzeit-Feedback per Funk an. Es ist, als hätte man einen erfahrenen Co-Piloten, der nicht nur Anweisungen gibt, sondern die mentalen Fahr-Modelle des Fahrers live korrigiert. Eine Ansage wie „Blick weiter zum Kurvenausgang!“ oder „Jetzt sanft vom Gas, einen Moment warten, jetzt einlenken!“ durchbricht festgefahrene, falsche Automatismen. Der Instruktor sieht von aussen, was der Fahrer innen nicht spüren kann: den falschen Einlenkpunkt, die zu frühe Beschleunigung, die verkrampfte Lenkhaltung.

Dieses direkte Coaching ist weit mehr als eine reine Anweisung; es ist eine Fehler-Kalibrierung in Millisekunden. Der Fahrer muss nicht erst nach der Übung überlegen, was falsch lief, sondern kann die Korrektur im Moment der Ausführung umsetzen. Dieser Zyklus aus Aktion, sofortigem Feedback und direkter Reaktion verkürzt die Lernkurve drastisch. Stellt euch vor, ein Kollege fährt vor euch durch den Parcours. Ihr hört über den Gruppenfunk die Anweisungen des Instruktors an ihn und seht gleichzeitig, wie sein Auto reagiert. In diesem Moment lernt ihr doppelt: Ihr analysiert seinen Fehler und verinnerlicht die korrekte Technik, noch bevor ihr selbst am Steuer seid. Diese Form des beobachtenden Lernens ist ein zentraler Vorteil des Team-Trainings, den Tausende Fahrer jährlich nutzen. So profitieren laut Berufsgenossenschaft BAU allein in Deutschland jedes Jahr rund 100.000 Kursteilnehmer von professionell angeleiteten Trainings.

Instruktor mit Funkgerät beobachtet Auto in Kurvenfahrt auf Trainingsplatz

Die Beobachtung, wie sich die Kurvenlinie eines anderen Fahrzeugs durch eine gezielte Anweisung sofort verbessert, schafft einen unvergesslichen „Aha-Effekt“. Es beweist dem gesamten Team, dass Fahrzeugbeherrschung keine Magie, sondern eine erlernbare Technik ist, die auf präzisen Schritten beruht: korrekte Blickführung, definierter Bremspunkt, optimierter Einlenkpunkt, Anvisieren des Scheitelpunkts und eine kontrollierte Beschleunigungsphase. Jedes Teammitglied wird so zum Co-Trainer für die anderen.

Frauen vs. Männer beim Training: Warum gemischte Gruppen oft bessere Ergebnisse erzielen?

Die alte Debatte über Fahrkünste von Männern und Frauen ist voller Klischees, doch in der kontrollierten Umgebung eines Fahrsicherheitstrainings offenbaren sich interessante und produktive Unterschiede in den Herangehensweisen. Diese Unterschiede sind der Schlüssel, warum gemischte Gruppen oft ein höheres kollektives Lernniveau erreichen. Es geht nicht darum, wer „besser“ fährt, sondern darum, wie die Kombination verschiedener Lernstrategien und Risikowahrnehmungen zu einer reicheren Lernerfahrung für alle führt. Während Männer tendenziell eine intuitiv-ausprobierende Methode bevorzugen und oft eine höhere Risikobereitschaft an den Tag legen, gehen Frauen die Aufgaben häufiger analytisch-beobachtend an und kommunizieren offener über Unsicherheiten.

Diese Mischung ist Gold wert. Wenn ein Fahrer, der zur Selbstüberschätzung neigt, sieht, wie eine Kollegin durch eine vorsichtigere, aber technisch saubere Herangehensweise die Übung souverän meistert, führt das zur Reflexion. Umgekehrt kann eine analytische Fahrerin von der „Einfach-mal-machen“-Mentalität eines Kollegen inspiriert werden, um aus der reinen Theorie in die praktische Umsetzung zu kommen. Dieser soziale Abgleich fördert eine ausgewogenere Selbsteinschätzung im gesamten Team. Es entsteht eine positive Fehlerkultur, in der Unsicherheiten nicht als Schwäche, sondern als Lernchance gesehen werden.

Ein von uns für eine gemischte Vertriebsabteilung organisiertes Training hat dies perfekt illustriert. Ein junger, sehr selbstbewusster Vertriebler scheiterte mehrfach an der Schleuderplatte, weil er zu aggressiv gegenlenkte. Eine erfahrenere Kollegin, die anfangs zögerte, meisterte die Übung nach aufmerksamem Zuhören und Beobachten im zweiten Versuch. Sein Kommentar danach: „Ich habe versucht, das Auto zu zwingen. Sie hat mit ihm gearbeitet.“ Dieser Moment der Erkenntnis war für das ganze Team wertvoller als jede theoretische Erklärung. Die bewusste Begrenzung der Gruppengrösse auf maximal 12 Teilnehmer, wie sie beispielsweise beim ADAC üblich ist, stellt sicher, dass genau solche individuellen Lernmomente und der Austausch in der Gruppe optimal gefördert werden.

Das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Herangehensweisen führt zu einem besseren Transfer von der Theorie in die Praxis und einer ausbalancierten Gefahreneinschätzung für das gesamte Team.

Sich gegenseitig retten: Wie stärkt ein Offroad-Training den Zusammenhalt einer Abteilung?

Ein Standard-Fahrsicherheitstraining auf Asphalt verbessert die Fahrzeugkontrolle. Ein Offroad-Training im Team hingegen transformiert die Zusammenarbeit. Stellt euch vor: Ein Kollege hat den Geländewagen im tiefen Schlamm festgefahren. Die Räder drehen durch, nichts geht mehr. Jetzt zählt nicht mehr die Position in der Firma, sondern nur noch die gemeinsame Problemlösung. Wer hat die Idee, die Seilwinde am richtigen Baum zu befestigen? Wer koordiniert das Team, um mit Sandblechen für Grip zu sorgen? Wer gibt die entscheidenden Anweisungen an den Fahrer? In diesem Moment wird aus einer Abteilung ein Rettungsteam. Die Erfahrung, sich aufeinander verlassen zu müssen, um eine echte, physische Herausforderung zu meistern, ist mit keinem Büro-Workshop zu vergleichen.

Dieser Prozess des „sich gegenseitig Rettens“ ist ein kraftvoller Vertrauens-Transfer. Das Vertrauen, das man einem Kollegen entgegenbringt, wenn er einen 2-Tonnen-Wagen eine steile Böschung hinauflotst, ist fundamental. Es schafft eine neue Ebene der Verbundenheit, die zurück im Büro nachwirkt. Plötzlich ist der Kollege aus der Buchhaltung nicht mehr nur der „Zahlenmensch“, sondern derjenige, der die Ruhe bewahrt und die entscheidende Idee hatte, als alle feststeckten. Solche Trainings, die laut Anbietern wie dem ADAC oft als Teambuilding-Massnahme gebucht werden, kosten pro Person zwischen 175 und 400 Euro – eine Investition, die sich durch gestärkte Kommunikation und Problemlösungskompetenz bezahlt macht.

Gruppe von Kollegen arbeitet zusammen beim Bergen eines Geländewagens aus Schlamm

Fallbeispiel: Teambuilding durch gemeinsame Herausforderungen

Unternehmen, die Offroad-Trainings als Teambuilding-Massnahme finanzieren, berichten von nachhaltigen Effekten. Das gemeinsame Bewältigen von Herausforderungen wie dem Bergen festgefahrener Fahrzeuge oder dem Navigieren durch schwieriges Gelände stärkt die Kommunikation und das Vertrauen im Team spürbar. Die notwendige physische Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe schaffen eine Verbindung, die sich direkt positiv auf die Kooperation im Arbeitsalltag auswirkt und Hierarchien aufbricht.

Die im Training erprobten Fahrmanöver und Problemlösungsstrategien sind direkt auf den Arbeitsalltag übertragbar. Es geht darum, kritische Situationen zu antizipieren, Ressourcen (in diesem Fall Teammitglieder und Ausrüstung) klug einzusetzen und unter Druck einen kühlen Kopf zu bewahren. Ein Offroad-Training zementiert den Zusammenhalt, weil es unvergessliche, gemeinsame Erfolgserlebnisse schafft.

Teilnahmebescheinigung für den Arbeitgeber: Wann gilt ein Fahrtraining als Berufsgenossenschafts-Massnahme?

Ein Fahrsicherheitstraining als Team-Event zu organisieren, ist nicht nur eine Investition in die Kompetenz und den Zusammenhalt der Mitarbeiter, sondern kann auch finanziell attraktiv sein. Viele Unternehmen wissen nicht, dass solche Trainings unter bestimmten Voraussetzungen als Präventionsmassnahme von den Berufsgenossenschaften (BG) anerkannt und bezuschusst werden. Dies wandelt das „nette Extra“ in einen strategischen Baustein der betrieblichen Unfallverhütung und unterstreicht die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers. Die Anerkennung ist jedoch an klare Kriterien geknüpft, die im Vorfeld geprüft werden müssen.

Die wichtigste Voraussetzung ist, dass das Training von einem Anbieter durchgeführt wird, der nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) zertifiziert ist. Dieses DVR-Gütesiegel garantiert einen hohen Qualitätsstandard der Inhalte und der Instruktoren. Weiterhin muss eine dienstliche Nutzung der Fahrzeuge vorliegen – das gilt auch für den Weg zur Arbeit. Das Training wird dann als Massnahme zur Reduzierung von Dienst- und Wegeunfällen gewertet. Nach Abschluss des Trainings erhält jeder Teilnehmer eine offizielle Teilnahmebescheinigung, die beim Arbeitgeber und anschliessend bei der BG eingereicht wird. Für Unternehmen ist dies der offizielle Nachweis, ihrer Fürsorgepflicht aktiv nachgekommen zu sein. Die meisten Berufsgenossenschaften gewähren einen Zuschuss, der oft zwischen 50 und 100 Euro pro Teilnehmer liegt, was die Gesamtkosten für das Unternehmen erheblich senkt.

Für Ihr Team bedeutet das: Sie erhalten ein hochwertiges Training, das nicht nur Spass macht und den Teamgeist fördert, sondern auch von offizieller Seite als wichtige Sicherheitsmassnahme anerkannt wird. Das stärkt die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern und etabliert eine nachhaltige Sicherheitskultur im Unternehmen.

Checkliste: So sichern Sie sich den BG-Zuschuss

  1. Kontaktaufnahme: Klären Sie vorab mit der für Sie zuständigen Berufsgenossenschaft die genauen Förderbedingungen und die Höhe des Zuschusses.
  2. Anbieterauswahl: Wählen Sie einen Trainingsanbieter (z.B. ADAC, Verkehrswacht) mit einem gültigen DVR-Gütesiegel aus.
  3. Anmeldung: Melden Sie Ihre Mitarbeiter für das Training an und weisen Sie auf die berufliche Nutzung der Fahrzeuge hin.
  4. Durchführung: Führen Sie das Training durch. Meist kann dies mit den eigenen Privat- oder Firmenfahrzeugen geschehen.
  5. Kostenerstattung: Reichen Sie die Teilnahmebescheinigungen aller Mitarbeiter bei Ihrer Berufsgenossenschaft ein, um die Erstattung zu beantragen.

Wann verblasst der „Trainingseffekt“ und warum ist ein Aufbaukurs nach 2 Jahren Pflicht?

Ein Fahrsicherheitstraining hinterlässt einen starken unmittelbaren Eindruck. Man fühlt sich sicherer, kennt die Grenzen seines Fahrzeugs besser und hat neue Reflexe gelernt. Doch diese neu gewonnene Sicherheit ist trügerisch, wenn sie nicht gepflegt wird. Der sogenannte „Trainingseffekt“ ist wie ein Muskel: Ohne regelmässiges Training verkümmert er. Experten vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und Trainingsanbieter wie der ADAC sind sich einig: Nach etwa zwei bis drei Jahren verblassen die erlernten motorischen Fähigkeiten. Schlimmer noch: Die Routine des Alltagsverkehrs führt dazu, dass alte, riskante Gewohnheiten zurückkehren und man sich fälschlicherweise immer noch für einen Experten hält.

Diese schleichende Selbstüberschätzung ist die eigentliche Gefahr. Man erinnert sich an das Gefühl, das schleudernde Auto abgefangen zu haben, aber der dafür notwendige, feinfühlige Reflex ist nicht mehr abrufbar. Genau aus diesem Grund ist ein Aufbaukurs nicht nur eine Empfehlung, sondern eine logische Notwendigkeit. Wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat warnt:

Ohne regelmässige Konfrontation mit Grenzsituationen verkümmern motorische Fähigkeiten und Fahrer glauben nach 2 Jahren, alles zu beherrschen, sind aber gerade deshalb gefährlicher unterwegs.

– Deutscher Verkehrssicherheitsrat, DVR Richtlinien für Fahrsicherheitstrainings

Ein Aufbaukurs ist kein reines Wiederholen der Grundübungen. Er knüpft an die vorhandenen, aber verblassten Fähigkeiten an und perfektioniert sie. Typischerweise werden die Übungen mit höheren Geschwindigkeiten oder auf wechselnden Fahrbahnbelägen durchgeführt, um die Herausforderung zu steigern. Haben Sie im Basiskurs gelernt, ein Ausweichmanöver bei 50 km/h zu meistern, geht es im Aufbaukurs vielleicht darum, dies bei 70 km/h auf einer halb nassen, halb trockenen Strecke zu tun. Das Ziel ist es, die Reflexe nicht nur aufzufrischen, sondern sie tiefer im motorischen Gedächtnis zu verankern, sodass sie auch unter höchstem Stress zuverlässig abrufbar sind.

Für ein Team bedeutet das: Das erste Training schafft eine gemeinsame Basis und ein kollektives Sicherheitsbewusstsein. Die regelmässigen Auffrischungskurse alle 2-3 Jahre zementieren dieses Bewusstsein und machen Sicherheit zu einem festen Bestandteil der Teamkultur.

Gutschein für die Schleuderplatte: Warum ist ein Training das perfekte Geschenk für 18-Jährige?

Ein Auto zum 18. Geburtstag ist der Traum vieler junger Menschen. Doch mit der neuen Freiheit kommt auch eine grosse Verantwortung – und eine statistisch belegte Gefahr. Die Unerfahrenheit, gepaart mit einer oft hohen Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung, führt dazu, dass laut aktueller Verkehrsstatistik Fahranfänger überproportional häufig an schweren Verkehrsunfällen beteiligt sind. Ein Gutschein für ein Fahrsicherheitstraining ist daher weit mehr als ein gewöhnliches Geschenk: Es ist eine Investition in das Leben und die Sicherheit eines geliebten Menschen. Es ist das Geschenk von Kontrolle und Kompetenz in Momenten, in denen es darauf ankommt.

Spezielle „Junge Fahrer“-Trainings, wie sie etwa der ADAC anbietet, sind genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Sie kosten oft zwischen 99 und 139 Euro und kombinieren spielerische, erlebnisorientierte Elemente mit knallharten physikalischen Lektionen. Der Moment, in dem das eigene Auto auf der Schleuderplatte unkontrollierbar ausbricht, ist ein heilsamer Schock. Er korrigiert die jugendliche „Mir-passiert-schon-nichts“-Einstellung auf die einzig wirksame Weise: durch eigene, aber sichere Erfahrung. Statt eines erhobenen Zeigefingers von den Eltern gibt es hier den respektvollen Rat eines Profi-Instruktors und den Austausch mit Gleichaltrigen, die gerade dieselbe Grenzerfahrung machen.

Junger Fahrer konzentriert am Steuer während Schleuderplattenübung

Dieses Erlebnis spricht die moderne „Experience-over-Things“-Generation perfekt an. Man schenkt keine Sache, die im Regal verstaubt, sondern eine unvergessliche Erfahrung, die prägt. Die Konfrontation mit dem eigenen Adrenalin, das Meistern einer brenzligen Situation und der Stolz, das Fahrzeug wieder unter Kontrolle gebracht zu haben, stärken das Selbstbewusstsein auf eine gesunde Weise. Es ersetzt die arrogante Selbstüberschätzung durch echtes, auf Können basierendes Selbstvertrauen. Ein solches Training bereitet Fahranfänger mit viel Spass auf den Ernst des Verkehrslebens vor und gibt ihnen die Werkzeuge an die Hand, um die kritischen ersten Jahre unfallfrei zu überstehen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Fahrsicherheitstraining nach dem Führerscheinerwerb?

Die Euphorie nach der bestandenen Führerscheinprüfung ist gross, doch die Routine fehlt. Viele fragen sich: Sollte man sofort ein Fahrsicherheitstraining absolvieren oder erst einmal Fahrpraxis sammeln? Die Antwort von Experten ist klar: Ein Mittelweg ist ideal. Ein Training direkt in den ersten Wochen nach der Prüfung kann überfordern, da die grundlegende Fahrzeugbedienung noch nicht vollständig automatisiert ist. Ein erfahrener Sicherheitstrainer formuliert es treffend: „Für absolute Fahranfänger halte ich das Training für ungeeignet. Wenn jemand lockerer hinter dem Lenkrad ist, kann er sich besser auf die gestellten Aufgaben konzentrieren.“

Für absolute Fahranfänger halte ich das Training für ungeeignet. Wenn jemand lockerer hinter dem Lenkrad ist, kann er sich besser auf die gestellten Aufgaben konzentrieren.

– Erfahrener Sicherheitstrainer, Erfahrungsbericht Fahrsicherheitstraining

Der optimale Zeitpunkt für ein erstes Basis-Training liegt etwa drei bis sechs Monate nach dem Führerscheinerwerb. In dieser Phase ist die Bedienung von Kupplung, Schaltung und Bremse bereits zur Routine geworden, aber gefährliche Gewohnheiten und eine trügerische Sicherheit haben sich noch nicht verfestigt. Das Training wirkt hier präventiv und korrigiert kleine Fehler, bevor sie zu grossen Risiken werden. Danach lässt sich die Fahrkompetenz strategisch und saisonal ausbauen.

Ein idealer Plan für die ersten Jahre sieht eine stufenweise Weiterentwicklung der Fähigkeiten vor:

  • 3-6 Monate nach Führerschein: Absolvieren eines Basis-Trainings, um die Grundlagen der Fahrzeugbeherrschung in Grenzsituationen zu erlernen.
  • Vor dem ersten Winter: Buchung eines speziellen Wintertrainings. Hier werden das Fahren auf Glätte, das Reagieren auf schlechte Sicht und das Verhalten bei Aquaplaning gezielt geübt.
  • Nach dem Kauf des ersten eigenen Autos: Erneutes Training mit dem eigenen Fahrzeug. Jedes Auto hat einen anderen Bremsweg, ein anderes Fahrwerk und ein anderes Handling. Es ist entscheidend, die spezifischen Grenzen des eigenen Wagens kennenzulernen.
  • Nach 2-3 Jahren: Durchführung eines Aufbau-Trainings zur Verfeinerung der Fähigkeiten und zur Korrektur von über die Zeit eingeschlichenen Fehlern.

Diese gestaffelte Herangehensweise stellt sicher, dass das Gelernte optimal verarbeitet wird und die Fahrkompetenz kontinuierlich mit der Erfahrung wächst, anstatt zu stagnieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der grösste Lerneffekt im Team entsteht durch das Beobachten und Analysieren der Fehler und Erfolge der anderen.
  • Gemischte Gruppen (z.B. nach Geschlecht, Erfahrung) sind effektiver, da unterschiedliche Lösungsstrategien und Risikobewertungen zu einem reicheren Lernergebnis für alle führen.
  • Ein Fahrsicherheitstraining kann als betriebliche Präventionsmassnahme von der Berufsgenossenschaft (BG) bezuschusst werden, wenn es DVR-zertifiziert ist.

Drift-Training für Einsteiger: Wie lernt man das Querfahren auf nassem Epoxidharz sicher?

Das kontrollierte Driften ist für viele der Inbegriff der Fahrzeugbeherrschung. Was in Actionfilmen spielerisch leicht aussieht, ist in der Realität eine hochkomplexe Angelegenheit. Der Versuch, das Querfahren auf öffentlichen Strassen zu üben, ist nicht nur illegal, sondern lebensgefährlich. Ein Drift-Training für Einsteiger bietet die perfekte Lösung: eine sichere Umgebung, in der man das kontrollierte Übersteuern unter Anleitung von Profis erlernen kann. Spezielle Trainingsflächen, oft bewässerte Kreisbahnen oder Flächen mit einem Epoxidharz-Belag, simulieren extrem rutschige Bedingungen, ähnlich wie auf Glatteis. Hier kann das Heck des Fahrzeugs schon bei niedrigen Geschwindigkeiten gezielt zum Ausbrechen gebracht werden.

Der Schlüssel zum sicheren Lernen liegt in der schrittweisen Herangehensweise. Niemand wird sofort zum Drift-König. Zuerst geht es darum, das Gefühl für das ausbrechende Heck zu bekommen. Was passiert, wenn ich abrupt vom Gas gehe? Wie reagiert das Auto auf einen leichten Impuls mit der Handbremse (bei Fahrzeugen mit Heckantrieb)? Die erste und wichtigste Lektion ist das schnelle, aber dosierte Gegenlenken. Der häufigste Anfängerfehler ist eine zu späte oder zu heftige Reaktion, die das Auto in die entgegengesetzte Richtung schleudern lässt.

Eine weitere entscheidende Technik, die Instruktoren vermitteln, ist die Blickführung. Das Auto folgt dem Blick. In dem Moment, in dem das Heck ausbricht, ist der natürliche Instinkt, auf das Hindernis zu starren, dem man ausweichen will. Das ist fatal. Die goldene Regel lautet: Immer dorthin schauen, wo man hinfahren möchte. Das Gehirn und die Hände folgen automatisch diesem visuellen Ziel und leiten die korrekten Lenkbewegungen ein. Ein Drift-Training lehrt also nicht nur das „Querfahren“, sondern vor allem die Fähigkeit, in einer chaotischen Situation die Kontrolle durch mentale Disziplin und präzise, antrainierte Reflexe zurückzugewinnen. Es ist die hohe Schule der Fahrzeugbeherrschung.

Die Fähigkeit zu driften ist mehr als nur Show; es ist der ultimative Beweis, dass man die Physik des Fahrens verstanden hat und beherrscht.

Ob als actionreiches Team-Event, das den Zusammenhalt auf eine neue Stufe hebt, oder als sinnvolles Geschenk für einen Fahranfänger – ein Fahrsicherheitstraining ist eine Investition, die weit über den Tag hinaus wirkt. Es schafft nicht nur kompetentere Fahrer, sondern ein Team, das gelernt hat, sich aufeinander zu verlassen. Planen Sie jetzt Ihr nächstes Team-Erlebnis, das nicht nur begeistert, sondern Ihr Team nachhaltig sicherer und stärker macht.

Geschrieben von Sabine Müller, DVR-zertifizierte Fahrsicherheitstrainerin und Verkehrspsychologin mit 15 Jahren Praxis auf Teststrecken. Expertin für Gefahrenabwehr, Fahrzeugbeherrschung und die Psychologie am Steuer.